Ausstellungen

"art-imaginär II - Hommage á Bruno Weber" 2012 im HERRENHOF

"art-imaginär II - Hommage á Bruno Weber" 2012

Das Kulturzentrum  HERRENHOF Neustadt-Mußbach zeigt in der Zeit der Verlängerung der "art-imaginär" vom 15.- bis 29. Januar 2012 die Sonderausstellung "Hommage á Bruno Weber" mit über 50 Skizzen und Modellen zu den bedeutendsten Monumentalplastiken von Bruno Weber. Sowie frühe Ölbilder und aktuelle Fotografien von seinem Skulpturenpark, Entwürfe zu Automobilen, Riesenrädern, Häusern  und realisierten Tischen, Stühlen, Tellern  und Eßbestecken. Weiter wird sein gigantisches Werk  in der Ausstellung durch  Zeitungsartikel aus verschiedenen Zeiten interpretiert.  Dies ist die erste Ausstellung in Deutschland welche Einblick  in die Arbeitsweise und in die phantastischen Pläne seines Parkes gibt.

Die bisherigen Besucher der Ausstellung haben die Möglichkeit sich die hochinteressante Ausstellung nochmals anzusehen und die Interessenten, welche vor Weihnachten verhindert waren die Ausstellung zu sehen, haben nun die Möglichkeit  in die Ausstellung zu kommen.

In der Ausstellung werden die Werke von über 50 Künstler gezeigt !

"art-imaginär II - Hommage á Bruno Weber " Ausstellungsverlängerung

Nach dem großen Erfolg und dem weiter bestehenden Interesse des Publikums verlängert das
Kulturzentrum HERRENHOF Neustadt-Mussbach
die Ausstellung "art-imaginär 2011" unter dem Titel:

"art-imaginär II - Hommage á Bruno Weber "  aus  Zürich-Dietikon
vom 15. Januar bis 29. Januar 2012




Eröffnung: 15. Januar 2012 11 Uhr


Begrüßung:

Gustav Adolf Bähr
Vorsitzender der Fördergemeinschaft HERRENHOF Neustadt-Mußbach

Laudatio:
Otfried H. Culmann
LABYRINTHE - Gesellschaft für phantastische und visionäre Künste

Öffnungszeiten der Ausstellung:
Sonntag  11- 18 Uhr
Mittwoch 18-20 Uhr
Samstag 14-18 Uhr

Als Höhepunkt der Ausstellung zeigt der HERRENHOF im Kunstkabinett eine Bruno-Weber-Sonderausstellung mit Skizzen, Lithografien, Fotos, Objekten, Plastiken und seinem soeben erschienenen umfangreichen Bildband "Die Kraft der Phantasie - Ein Lebenswerk."
Bruno Weber gehört zu den bedeutendsten Phantasten der Schweiz und hat im Laufe von 50 Jahren bei Zürich in einem Skulpturenpark ein grandioses Gesamtkunstwerk geschaffen.
Dieser Künstler, der in seinem achtzigsten Lebensjahr am 24. Oktober 2011 in Dietikon verstorben ist, war über 20 Jahre mit LABYRINTHE und seinen Künstlern freundschaftlich verbunden und hatte sich bei deren Ausstellungen mit seinen Werken beteiligt. Eine besondere Freude bereitete ihm seine Teilnahme an der "art-imaginär" im HERRENHOF - Neustadt-Mußbach, bei der er 2007, 2009 und auch 2011 beteiligt war. Im Februar 1998 reiste er mit seiner Frau Mariann in die Pfalz, um an der Vernissage der Ausstellung "Der Faden der Ariadne" im Herrenhof Mußbach, sowie beim großen Phantastentreffen dabei zu sein. Durch das offene Maul eines riesigen Kopfes von Bruno Weber vor der Kunsthalle, betrat man die Ausstellung in der man im Innern von seinen monumentalen Gockelstühlen begrüßt wurde. Auch wurde in der Ausstellung mit großen Fotografien sein Skulpturenpark vorgestellt.
Bruno Weber wurde am 10. April 1931 in Dietikon geboren und besuchte die Züricher Kunstgewerbeschule. Studienreisen führten ihn nach Italien, Griechenland und in die Tschechoslowakei. Alles begann damit, dass er vor über 50 Jahren oberhalb einer Schrebergartenkolonie, auf dem 20 000 qm großen Waldgelände das seiner Familie gehörte, ein Atelierhaus mit Fabelwesen aus Beton baute. Daran fand er eine solche Freude, dass er in den folgenden Jahrzehnten auf dem Bergabhang zahlreiche gigantische Figuren errichtete, die zwar beim Publikum, aber am Anfang weniger bei der Baubehörde Freude hervorriefen. Inzwischen haben Hunderttausende diesen Park schon besucht und die Baubehörde hat die einzigartige architektonische Leistung von Bruno Weber und seiner Frau anerkannt. Im Jahre 1992 durfte er den Schweizer Pavillon auf der Expo in Sevilla gestalten und 2011 wurde er mit dem städtischen Kulturpreis von Dietikon ausgezeichnet. Seit einigen Jahren gibt es auch eine Bruno-Weber-Stiftung, welche den Park in seinem Sinne fertig stellen wird.  http://www.bruno-weber.ch


 
An der Ausstellung nehmen folgende Künstler teil:
Bernhard Apfel • Alfred Bast • Moritz Baumgartl • Prinz Nicolaus zu Bentheim • Thomas Brenner • Otfried H. Culmann • Doremi • Edgar Ende • Michael Engelhardt • Andreas Nikolaus Franz • Hanns Joachim Gestering • Friedrich Gross • Joe Hackbarth • Wolfgang Harms • Claus Dietrich Hentschel • Herzog von Berg Charlotte • Hermann Hoormann • Fritz Hörauf • Bernhard Jäger • Lukas Kandl •  Hanno Karlhuber  James Koga • Michael Krähmer • Hellmut Neukirch •  Tamara Ralis  Heinz Rose • Manfred Sillner • Piero Strada • Elke Wassmann • Raymond E. Waydelich • Bruno Weber • Christoph Winkler • Woldemar Winkler • Siegfried Zademack
 
Plakat und Einladungsflyer wurden von Werner Korb entworfen
 
 
Phantastik in der Box – Sammlung Westermann
Wie bereits bei der „art imaginär“ 2009 sind in dieser Ausstellung 28 phantastische und visionäre Arbeiten aus dem Projekt „Phantastik in der Box - Sammlung Westermann“ mit ausgestellt. Darunter eine Arbeit von Dietmar Gross, der in altmeisterlicher Technik Themen aus der Mythologie aufgreift und sie mit zeitgenössischen Inhalten ironisch verfremdet. Desgleichen ein Bild von Fritz Janschka, einem Klassiker der Wiener Schule des Phantastischen Realismus, der heute 92jährig in den USA lebt oder von Victor Safonkin, den Ernst Fuchs als einen der brillantesten Maler seiner Generation bezeichnete.
 
Myriam Bat-Yosef • Franz-Josef Bettag • Eduard Diem • Michael Engelhardt • Christian Flora • Peter Gric  Dietmar Gross • Claus Dietrich Hentschel • Hermann Hoormann • Fritz Janschka • Bruce de Jonge • Michael Krähmer • Nikolai Lagoida • Ellen Lórien • Hans-Peter Müller • Alexandra Müller-Jontschewa • Hans Niklaus • Jo Niklaus • Silvia Pecha • Victor Safonkin • Manfred Sillner Alexander Wachtel  Elke Wassmann • Christoph Winkler • Udo Winkler • Siegfried Zademack • Wladimir Zalyasko
 
Hochaltar von Berhard Apfel
Berhard Apfel ist seit 2007 bei der "art-imaginär" beteiligt. Für die art-imaginär 2011 hat er einen bizarren, phantastischen Hochaltar errichtet, wie man ihn noch in keiner Kirche gesehen hat.
Der Phantastische Altar von Elke Wassmann
Titel: „Franziskus spricht zu den Tieren“ 2003 - 2011  (127 x 260 cm)
Elke Wassmann ist von Franziskus fasziniert und sieht in ihm einen erleuchteten Menschen, der die Gabe hatte, die Tiere zu verstehen und mit ihnen zu sprechen. Sie begann mit dem Mittelteil des Bildes in Heidelberg und um der Gestalt des Franziskus nahe zu sein, fuhr sie in dessen Heimat in die Toskana, wo an sie an dem Bild weiter malte und zwischendurch die Plätze besuchte, wo der Heilige gelebt und gewirkt hatte.
 
Kulturzentrum HERRENHOF   D - 67435 Neustadt-Mußbach- Pfalz
An der Eselshaut 18
Tel: 06321-963999-0 (Büro 9-13 Uhr Mo-Fr)
Tel. 06321-96399-14 (Kunsthalle)

Eröffnung "art-imaginär II Hommage á Bruno Weber

„art-imaginär II “

Meine sehr verehrten Damen und Herren, liebe Freunde der Phantastischen Kunst,

dies ist das erste Mal, dass der HERRENHOF die  Ausstellung  „art-imaginär “  verlängert und dabei auch noch die Ausstellungskonzeption bei den Sonderausstellungen verändert hat. Mit Ausnahme der Bilder von Wolfgang Ohlhäuser, der sich z.Z. wieder in Thailand befindet, sind alle anderen Künstler in der Ausstellung weiter mit ihren Werken vertreten, wobei es wie bei Herrmann Hoormann  auch einen Bilderwechsel gegeben hat.
In den letzen Tage erschien, Dank des besonderen Engagements von Herrn Westermann, ein umfangreicher Bericht über die Ausstellung  in dem Kunst & Integrations-Magazin „ostwind“. Ihm sind auch weitere Veröffentlichungen im Internet zu verdanken.
In der „art-imaginär 2011“ werden  neben 36 Künstlern, auch  Leihgaben aus der Sammlung Günter Westermann zu dem Projekt „Phantastik in der Box“ gezeigt.  Vor  2 Jahren fand  in unserem  Kunstkabinett eine Sonderausstellung dieser Sammlung mit ca. 75 Exponaten aus dem Bereich der Phantastischen Kunst statt. Seit 2009 sind wieder 28 neue Exponate hinzugekommen, die Sie  an einer großen Wand in der Ausstellung sehen können.  Bei diesen Objektboxen handelt es sich um kleine, vom Sammler Westermann selbst gebaute Holzkästen im Standardformat 17 x 13 x 2,5 cm, die er auf eine dahinter befindliche Holzplatte montiert hat, und von den Künstlern nach ihren Vorstellungen gestaltet werden. Das Ergebnis ist faszinierend, da jeder Künstler die Gestaltung des Kastens und der Fläche anders in Angriff nimmt. Wie ich von Herrn Westermann erfahren habe, soll diese Objektboxserie der Phantastischen Künstler fortgesetzt werden. Es wäre schön, wenn diese hervorragende Sammlung Einzug in ein Museum der phantastischen Kunst erfahren würde.

Die Ausstellungskonzeption der „art-imaginär“ sieht vor, dass  neben einer großen Zahl von zeitgenössischen Künstlern und Klassikern der Phant. Kunst, auch eine, oder mehrere  Sonderausstellung statt-finden, die einen größeren Einblick in das Werk eines verstorbenen Künstlers gibt.

Bei der „art-imaginär-2011“ war diese  Sonderausstellung  den Werken von Karl Kunz  gewidmet und fand in der Parkvilla statt. Leider konnte  diese Ausstellung aus räumlichen Gründen nicht verlängert werden und  die Exponate gingen nach Berlin zurück. 

Hommage á Bruno Weber 2012

Dafür zeigen wir nun bei der „art-imaginär II “  im Kunstkabinett der Kunsthalle  eine wundervolle Ausstellung als Hommage à Bruno Weber, einem der größten Phantastischen Künstler aus der Schweiz, die  Skizzen, Zeichnungen, Ölbilder, Fotografien, Modelle, Möbel und Essgeschirr umfasst.
      Bruno Weber verstarb im Alter von 80 Jahren am 24. Oktober 2011, ein Tag nach der Eröffnung der art-imaginär .
Er hatte sich bei allen Ausstellungen der phantastischen Kunst im HERRENHOF beteiligt. Bei  der Ausstellung „Der Faden der Ariadne“ 1998 war er mit mehreren Plastiken und mit Fotografien von seinem Skulpturenpark vertreten und nahm auch mit seiner Frau Mariann an dem großen Phantastentreffen teil, das einen Tag vor der Eröffnung der Ausstellung  im HERRENHOF  stattfand. Den Auftakt zu der damaligen Ausstellung bildete eine Großplastik von  Bruno Weber, die man  durch den Kopf bez. das Maul des  Stierentors betrat.
Mein Interesse für die Phantastische Kunst beschränkt sich  nicht nur auf  die Malerei und Gra-fik, sondern gilt auch der Phantastischen  Architektur und Parklandschaft. So besuchte ich  vor ca. 40 Jahren den manieristischen Park von Bomarzo bei  Rom, die Architekturen von Gaudi in Barcelona und das „Palais idéal“ des Briefträgers Ferdinand Cheval in Hauterives bei Romans. Diese architektonischen Kunstwerke waren alle  schon lange baulich abgeschlossen und ihre Erbauer schon lange verstorben.
Da entdeckte ich vor über 25 Jahren in einer Zeitschrift  einen Artikel  mit der Überschrift:
 „Bruno – Sultan vom Weinrebenpark“. Die Fotos dieses Artikel weckten mein Interesse: sie zeigten einen zeitgenössischen Künstler  beim Bau seines Atelierhauses mit vielen Figuren und das sah alles äußerst phantastisch aus. Ich beschloss, sobald sich eine Gelegenheit bieten würde, mir dieses Werk in natura anzusehen.  Hier bot sich die einmalige Gelegenheit, einen phantastischen Skulpturenpark im Entstehen zu sehen und seinen Erbauer persönlich kennen zu lernen.
1986, auf  der Rückreise von unserer damaligen alljährlichen Italienreise beschlossen wir, auf einem Campingplatz am Zürichsee zu übernachten, um am folgenden Tag  diese Wunderwelt aus Beton zu besuchen.

Die erste Begegnung mit Bruno Weber verlief ausgesprochen surreal- bizarr. Kaum waren wir beim Weinrebenpark aus dem Auto gestiegen, sahen wir auf einem Feldweg, oberhalb des Figurenparks, einen jungen Bauern mit großer Geschwindigkeit auf einem Traktor fahren, der wutentbrannt schrie, ja schrille Laute von sich gab. Plötzlich stoppte er den Traktor, sprang von diesem herunter und begann wie besessen  mit einem Prügel auf das Gefährt einzudreschen, so dass uns  der Traktor geradezu leid tat. Bruno Weber hatte das Geschrei anscheinend auch gehört, war aus seinem Palast gekommen und sah dem nun weiter fahrenden und schreienden Bauern verwundert hinter her. Er sagte zu uns, dass er so etwas auch noch nie gesehen habe. Anscheinend sei der Traktor unartig gewesen und hatte nicht das gemacht, was der Bauer wollte. Der  hatte wohl noch einen persönlichen Bezug zu die-sem Gefährt, so wie früher zu den Kühen und Pferden und war der Meinung, dass  ein Traktor mit einer gehörigen Portion Prügel endlich das machen werde, was man von ihm verlange.
Wir ließen uns auf einer Phantastischen Sitzgruppe im Park nieder. Ich berichtete Bruno von meinem besonderen Interesse für die Phantastische Architektur und für „Außenseiterkünstler“ und er erzählte  uns  wie sein Skulpturenpark sich entwickelt hatte  und was er alles in den kommenden Jahren noch plante. Einige Tage vorher war er in einer  deutschen Fernsehdiskussion über Architektur eingeladen gewesen, in der er seine Vorstellungen  gegen die allgegenwärtige tote, sterile, phantasielose Architektur vermittelte. Es bereitete uns großes Vergnügen ihm zuzuhören, wenn er mit ruhiger und sanfter Stimme das bisher von ihm Gebaute erklärte und das noch Kommende genau vor seinem inneren Auge sah und mit Worten plastisch umschrieb.

Bruno Weber hatte  eigentlich als Kunstmaler angefangen und viele Jahre zuerst gemalt. In unserer Ausstellung sind davon mehrere Beispiele zu sehen.  Er hatte die Bildhauer immer bedauert, die so schwere Steine durch die Gegend schleppen müssen und hatte  zu Beginn seiner Künstlerlaufbahn nicht geahnt, dass er  einmal selbst bis zu 180 Tonnen schwere  Monumentalfiguren errichten würde, die zu den größten der Schweiz gehören. 
Durch seine Familie war Bruno Weber Mitbesitzer eines Waldgrundstücks von  etwa 25.000.qm bei Spreitenbach und Dietikon, oberhalb eines Wiesengeländes, das heute von einer  Schrebergartenkolonie eingenommen wird. Da Bruno für seine künstlerische Arbeit einen geeigneten Raum benötigte, plante er auf diesem Waldstück  ein Freilicht- oder Schönwetteratelier zu errichten, was er auch reali-sierte. Dieses Atelierhaus wurde dann die  Keimzelle für sein gigantisches Gesamtkunstwerk, das in den folgenden  50 Jahren den ganzen Bergrücken einnehmen sollte.
     Das geplante Schönwetteratelier entwickelte sich im Laufe der Jahre zu  einem  exotischen  Palast, mit Atelier, Wohnräumen, Wohnturm mit Betonbett, Beton- Badegrotte und Sternensaal. Hierbei verwendete  Bruno mit tatkräftiger Hilfe seiner Frau Mariann  so wundervoll den farbigen Beton und überzogen diesen mit Mosaiken, dass daraus ein poetisch-kreativer Werkstoff wurde.  Bruno sagte hier-zu:  „ Beton ist das wärmste und echteste Material. Es braucht nur Fantasie und Kühnheit.“
Während man von vielen Künstlern puristisch-konstruktivistische, minimalistische Atelierarchitekturen kennt, schlug Bruno Weber den gegensätzlichen  Weg ein und überzog das Haus mit phantastischen Figuren, die vielleicht mancher Bauherr in seinem Hang zur Rationalität, als völlig überflüssig, arbeitsintensiv und kostentreibend ansieht. Ich möchte an dieser Stelle an die Zeit nach dem Krieg erinnern, als man mit dieser Argumentation und dem Hinweis, dass  Häuserstuck nicht mehr  „modern“ ist, in manchen  Städten den  Jugendstil- und  Gründerzeitstuck von den Fassaden abschlug und  Fassaden mit randlosen Fensterlöchern und seelenlose, langweilige und  gesichtslose Straßenzüge entstanden.

Da sich auf Brunos Grundstück Lehm befindet, entwickelte er eine eigene Technik des Betongusses, wobei er in der Größe der geplanten Figuren eine Holzkiste baute, den Lehm in negativer Form hineinmodellierte, dabei  oft auch schon die Mosaiksteine in den Lehm drückte und dann die Kiste mit Beton ausgoss. War der Beton hart, mussten  nur noch der Holzverschlag und der Lehm entfernt wer-den und die Figur mit dem Mosaik war fertig. Diese Figur  hatte dann auch oft noch das Pigment des Lehms angenommen, so dass der Beton nicht grau war, sondern eine Ockerfärbung bekam. Später  wurden die Formen auch aus Polyester hergestellt, wodurch es möglich war, mehrere gleiche Betonabgüsse herzustellen.

Weiteres Baumaterial bekam der Künstler oft von Abrisshäusern. Es hatte sich mit der Zeit im Umfeld von Zürich herumgesprochen, dass auf dem Berg bei Spreitenbach jemand wohnt, der so ziemlich alles gebrauchen kann, wodurch so manche Lastwagenladung mit Steinen, Fliesen oder Mosaiken auf Brunos Gelände landete. Auf diese Weise kam er auch zu  wundervollen Fenstern oder zu Fenstergläsern für eine Wendeltreppenverglasung  am Wohnturm, die aus einem Forschungsinstitut stammten. Diese Fensterscheiben haben die Eigenschaft bei  Sonneneinstrahlung milchig-weiß zu werden und  die Hitze ab zu halten.

1972 entstand seine erste  Monumentalplastik, das große „Tag- und Nacht- Haupttor“. Dies ist ein Kopf durch dessen Maul man das Reich von Bruno Weber betritt. Die Haare dieser Figur wurden aus Pflas-tersteinen gebildet.

1975 entstand das Pyramidenhaus, das sich aus zwei pyramidenförmigen Kopfhäusern zusammensetzt, die ursprünglich mit farbigen Schliffmatten bedeckt waren und später eine Aluminiumverkleidung erhielten. 

Geht man an den vielen Figuren vorbei in den Wald, kommt man zu einem gigantischen Kuh- und  Stierpavillon, einer Wohnskulptur,  durch deren Beine  man auf den Rücken der Tiere gelangt, wo  sich eine Glaskuppel befindet.

In der Nähe des Eingangs zum Park steht ein monumentaler 20m hoher und 180 Tonnen schwerer Eulenmensch, dessen Fundament allein 20 Tonnen wiegt. Einen  ähnlichen Eulenmenschen gibt es von Bruno Weber in Wien, an der Fassade der Bibliothek der Technischen Universität.
Im Skulpturenpark kann man den Eulenmenschen über eine große Treppe besteigen und den Park und das Tal überblicken.

Ein weiteres gigantisches Werk ist der Wassergarten, dessen Bau wir jahrelang verfolgten und dessen Fertigstellung bald abgeschlossen sein wird. Ganz davon abgesehen, dass dieses Gesamtkunstwerk  finanziert werden muss, ist der unglaublich lange Atem, die Beharrlichkeit und  die Energie zu bewundern, die Bruno und Mariann Weber bei diesen Projekten über Jahrzehnte hinweg besaßen.
So wird beim Wassergarten ein Wasserbecken  von Kolonnaden aus geflügelten Vielfüßler-Hunde-Drachen eingefasst, in dem eine zehnbeinige Riesenspinne steht, die Wasser spritzt. Weitere Figuren stehen am Rand und schauen in das Becken.
Hinter dem Wasserbecken befindet sich  der große Wassergartensaal mit 56 Sonnenleuchten und geflügelten Tiersäulenkapitellen und einem Tröpfelbrunnen.

Wer nun meint, der Park wäre  fertig, der irrt, denn über dem Wassergartensaal soll noch ein Museum in Form einer Riesenraupe entstehen. Ein 3-D Computer-Modell ist als Abbildung in unserer Ausstellung zu sehen, wie auch das Foto eines plastischen Modells vom  Park, das  Architekturstudenten hergestellt haben. Geplant ist noch ein weiterer Turm am Wohnhaus, so dass  wir davon ausgehen können, dass die Bautätigkeit noch einige Jahrzehnte nach den Plänen und im  Geiste von  Bruno weiter  gehen werden.
Vogelfrau auf Einhorn, Laufhunde, Waldfrau mit  Kind, Rehbänke, Spielende Drachen als Geländer, Elefantenkatze, Mosaik-Hahn, Frosch-Alphorn, Mosaik-Schneckenpatriarch, Frühlings-Vasenfrau, Schlangenbrücke, Kopffüßler, Dreihörniger Stier, Frösche, Delfinbrunnen, Eulenspiegelgesichter, Alp-Horn-Geist, Blumenfrau, Tag- und Nachtor, Drachentor, Hirsche als Leuchtenträger,
Dies sind nur einige wenige Titel der vielen Figuren die Bruno und Mariann Weber  geschaffen haben und die sich in dem grandiosen Park befinden und die man nicht beschreiben kann, sondern mit eigenen Augen ansehen muss.

Neben seinen Gebäuden und Figuren  entwarf und fertigte Bruno Weber auch Möbel, Geschirr, Essbestecke, Häuser, Riesenräder und Autos. Er  gestaltete das bekannte Lokal Tantris in München und den Schweizer Pavillon auf der Weltausstellung Expo 92 in Sevilla. Seine Fabelwesen findet man auf öffentlichen Plätzen in der Schweiz.  Inzwischen führt ein von ihm gestalteter Skulpturenweg die Besucher  vom  Bahnhof von Dietikon  zu seinem Park.

Als ich mit Bruno über Transportprobleme bei der Ausstellung „Der Faden der Ariadne“  sprach, schüttelte er nur mit den Kopf und meinte, dass man immer darauf bestehen müsse, dass die Vorstellungen, die man habe, erfüllt werden, denn er habe sein Leben lang immer nur gehört, dass das und jenes nicht realisierbar sei. Tatsächlich könne man nahezu alles realisieren, man müsse das nur wollen.

In unserer Sonderausstellung geben wir durch Originalskizzen, Fotos und Modelle einen Einblick in die Arbeitsweise von Bruno Weber und seinen Park. Wer sich eingehend mit seinem Gesamtkunstwerk  auseinander setzen möchte, dem empfehlen wir den soeben beim Schirmer Verlag erschienenen Bild-band „Bruno Weber – Die Kraft der Fantasie – ein Lebenswerk“, sowie  den Besuch des Bruno-Weber-Skulpturenparks, der seit einigen Jahren in eine Stiftung umgewandelt wurde und an Wochenenden besichtigt werden kann.

An dieser Stelle  möchte ich  Mariann Weber  sehr herzlich begrüßen, die heute zur Eröffnung zu uns gekommen ist und ihr  dafür danken, dass sie uns für diese Sonderausstellung großzügig Exponate zur Verfügung gestellt hat.

Damit ist die „art-imaginär II“ und erste Ausstellung mit  Dokumenten, Entwürfen, Bildern und Plastiken von Bruno Weber in Deutschland  eröffnet   !

Otfried H. Culmann

Claus Dietrich Hentschel gestorben

 Claus Dietrich Hentschel am 18. Januar 2012 gestorben ist.

Claus Dietrich Hentschel  beteiligte sich mit seinen Werken an allen Ausstellungen der "art-imaginär" im HERRENHOF Neustadt-Mussbach und kam auch persönlich zu deren Eröffnung am 23.10. 2011.

Hentschel sagt zu seiner künstlerischen Arbeit:

Ausgehend von der abstrakten Malerei der vierziger und fünfziger Jahre wendete ich mich gegen Ende meiner Studienzeit wieder den Gegenständen zu; aber nicht, um sie im naturalistischen Sinn zu reproduzieren. Ich sehe Gegenstände ("Umwelt", "Natur") als Träger von Bedeutungen, die sie zwar objektiv nicht haben, aber in mir auszulösen vermögen. Die Bedingungen dieses Vorgangs, der sich in ähnlicher Weise wohl in jedem Menschen abspielt, sind meine Aufmerksamkeit und Empfindung, meine Geschichte und die Einwirkung der Gegenwart. Im Prozess des Machens wird der subjektive Eindruck durch Form und Farbe, durch Komplementarität und Analogien objektiviert und ihm etwas Allgemeingültiges, Entzeitlichtes gegeben. So wird die künstlerische Arbeit durch die Neuordnung der Dinge und deren ästhetische Betrachtungsweise zum symbolischen Werk, das einen Hoffnungsschimmer auf das Überdauern unserer Lebenswelt werfen kann.
 

1937
geboren in Berlin

1956 - 1962
Studium an der Hochschule für bildende Künste Berlin, bei den Professoren Fritz Kuhr und Mac Zimmermann

1959 - 1962
Studium der Germanistik an der Freien Universität Berlin

seit 1962
Maler und Lehrer, zunächst in Berlin, dann in Stuttgart. Lebt und arbeitet seit 1969 in Konstanz am Bodensee.

Mac Zimmermann - surreal

Pommersches Landesmuseum Greifswald präsentiert Sonderausstellung „Mac Zimmermann – surreal“ Geburtstag des Künstlers jährt sich 2012 zum 100. Mal Mac Zimmermann schuf Bilder aus Träumen und Visionen. Seine Kunst übersteigt die Wirklichkeit, ist surreal. Der Geburtstag des in Stettin geborenen Malers jährt sich in diesem Jahr zum 100. Mal, aus diesem Grund ehrt das Pommersche Landesmuseum Greifswald ihn mit einer Ausstellung. Eröffnet wird diese am 15. April 2012 um 11.00 Uhr mit einem Vortrag mit dem Titel „Mac Zimmermann – ein deutscher Surrealist unter dem weiten Himmel des romantischen Idealismus” von Prof. Dr. Christa Lichtenstern aus Berlin. Der Eintritt ist frei. In den 1940er Jahren entwickelte Zimmermann die für ihn typische surreale Bildwelt, die das Werk bis zu seinem Tod im Jahr 1995 bestimmte. Dabei ließ er sich von Werken Giorgio de Chiricos, Max Ernsts oder Salvador Dalís inspirieren. Zugleich besann sich der Wahlmünchner auf die eigenen Wurzeln und schöpfte Ideen aus den subjektiv beseelten Werken der pommerschen Romantiker und der Landschaft seiner Heimat. Renate Zimmermann hat dem Pommerschen Landesmuseum im Jahr 2010 einen großen Teil des Nachlasses ihres Mannes als Schenkung überlassen. Dank dieses Bestandes konnte das Ausstellungsprojekt realisiert werden. Der Künstler Valentin Rothmaler, ein Schüler Mac Zimmermanns, gestaltet mit Studierenden der Fachhochschule Wismar während der Ausstellungsdauer eine begehbare Biografie des Malers: In der gläsernen Museumsstraße veranschaulichen Objekte und Installationen die wichtigsten Lebensstationen Zimmermanns. Zur Ausstellung, die am 5. August endet, erscheint ein Katalog. Zudem finden im Rahmen des Begleitprogramms Führungen und Filmaufführungen statt. Weitere Informationen: www.pommersches-landesmuseum.de

IMAGO phantastic art - im Barockschloß Riegersburg

IMAGO phantastic art - Sonderausstellung 2012
im Barockschloß Riegersburg Österreich

  http://www.phantastisch.at/?p=2895

Wie auch in den vergangenen Ausstellungen wurde der Begriff Phantasie von verschiedenen Seiten her beleuchtet. Mit Konsequenz verfolgt Francesca Gräfin Pilati seit Jahren ein Ausstellungsprogramm auf Barockschloss Riegersburg, das sich in erster Linie der phantastischen Kunst widmet. Inzwischen ist ein weltweites Netz phantastischer Kunst entstanden, deren Vertreter an verschiedenen Locations in Deutschland, Österreich, Italien und Frankreich ein Zuhause gefunden haben.

Künstler:

http://www.imago-art.at/künstler
http://www.phantastisch.at/?p=2895

http://www.imago-art.at/

Dada-Surréaliste 1916-1960 Saint-Lous Alsace

Dada-Surréaliste 1916-1960 Saint-Lous Alsace

http://www.saint-louis.tv/video.php?id=364

15. Januar - 1.Juli 2012

Espace d’Art Contemporain Fernet Branca
2, rue du Ballon
68300 Saint-Louis
tel : 03 89 69 10 77
fax: 03 89 67 63 77

Öffnungszeiten
jeden Tag von 14.00 bis 19.00 Uhr
ausser Montag und Dienstag

Eintritt : 6 €

Referenzen.
Giorgio de Chirico. Paul Klee. Henri Michaux. Francis Picabia. Pierre Roy. Alberto Savinio
Dada wieder und wieder.
Jean Arp Camille Bryen • • • Serge Charchoune Hannah Höch • • Hans Richter
Tristan Tzara
Die ersten surrealistischen Kreis.
• André Breton, Max Ernst, Salvador Dalí • • • • Rene Magritte Man Ray George Malkine
Andre Masson Mesens • • • • Joan Miró Philippe Soupault Jacques Prévert • Yves Tanguy
Der Kreis wächst.
Hans Bellmer • Brauner Óscar Domínguez • • • Esteban Frances Wilhelm Freddie
Stanley W. Hayter Jacques Herold • • • George Hugnet Wifredo Lam • Marcel Marien
Roberto Matta Gordon Onslow Ford • • • Roland Penrose Paalen Wolfgang Kurt Seligmann • • • Jindrich Štyrský Raoul Ubac
Nach 1945.
Enrico Baj Alechinsky • • • John Robert Benayoun Benedikt • • Agustín Cárdenas Jorge Camacho Adrien Dax • • • Peter Demarne Arshile Gorky Eugenio Granell • • • Yves Simon Hantai Laloy Antonio Saura • • • Serpan Jean-Claude Silbermann • • Max Walter Svanberg Claude Tarnaud
Religion und Wahnsinn.
Maurice Joseph Crepin Baskine • • • Gabritschevsky Augustin Lesage • • Friedrich Schröder-Sonnenstern Wölfli
Sechzehn Frauen Surrealisten.
Eileen Agar Bona • • • Dämmerung Leonora Carrington Elléouët Graverol • • Jane Valentine Hugo
Jacqueline Lamba • Oppenheim • • • Mimi Parent-Manu Pouderoux Alice Rahon-Paalen
Kay Sage Dorothea Tanning • • • • Remedios Varo Toyen Unica Zürn

Das Geheimnis der Camera lucida.
Denise Bellon Brassaï • • • • Theodore Brauner Hausmann Man Ray
Herbert Matter • Moholy-Nagy, Christian Schad • • • Maurice Tabard Raoul Ubac
Vollständige Marge.
Francis Bott Paul Delvaux • • • Felix Alberto Gironella Labisse Ljuba • • Alfonso Ossorio
Joseph Sima Papazoff • • • Rufino Tamayo Wols

Herbert Rosendorfer ist gestorben

Der Schriftsteller Herbert Rosendorfer ist gestern gestorben.
Herbert Rosendorfer war Ehrenmitglied von LABYRINTHE und im Vorstand der PHANTASTISCHEN GESELLSCHAFT e.V.
Zeichnungen von ihm hatten wir bei der art-imaginär 2007 im HERRENHOF Neustadt-Mußbach gezeigt.

Durch 19 Zeichnungen von unserem  ehemaligen LABYRINTHE - Mitglied Fabius von Gugel  (1910 Worms - 2000 München) wurde Rosendorfer zu " 19 Unheimliche Geschichten zu 19 unheimlichen Bildern" inspiriert, die in dem  Buch "Die Erscheinung im Weißen Hotel" 2010 dtv veröffentlicht wurden.   http://www.fantasyguide.de/10792.0.html

Wie der Verlag Kiepenheuer & Witsch (KiWi) in Köln mitteilte starb Rosendorfer, der aus Südtirol stammende Autor, gestern im Alter von 78 Jahren in Bozen.
Bekannt wurde er durch Phantastische Erzählungen wie „Briefe in die chinesische Vergangenheit" (1983), historische Werke, Romane und Theaterstücke.  17 Titel erschienen seit 1989  im KiWi-Verlag. Sein neuer Erzählungsband „Die Kaktusfrau" soll posthum am 8. Oktober veröffentlicht werden.